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	<title>Streit Archive - Beziehungsorientiert</title>
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	<description>Heike Podek – Elterncoach</description>
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	<title>Streit Archive - Beziehungsorientiert</title>
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		<title>Magª Heike Podek in Fratz &#038; Co. 07/2017 zum Thema: Hilfe, meine Kinder streiten ständig</title>
		<link>https://beziehungsorientiert.at/maga-heike-podek-in-fratz-co-07-2017-zum-thema-hilfe-meine-kinder-streiten-nur/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Heike]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Jul 2017 18:27:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Presse]]></category>
		<category><![CDATA[Fratz&Co]]></category>
		<category><![CDATA[Geschwister]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt unter Geschwistern]]></category>
		<category><![CDATA[hauen]]></category>
		<category><![CDATA[Konfliktlösung]]></category>
		<category><![CDATA[körperliche Auseinandersetzungen]]></category>
		<category><![CDATA[Streit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Ich will die Schaufel haben&#8230;“ „Nein, ich hatte sie zuerst&#8230;.“ „Mama, der Kevin lässt mich nicht in Ruhe&#8230;.“ Kinder streiten im&#160; Durchschnitt alle 12 Minuten&#8230;. Und auch wenn Ihnen diese Zahl vielleicht ein bisschen hoch vorkommen mag, belastet wohl kaum ein Thema den Familienalltag mehr, als das ewige Streiten zwischen den Geschwistern. Dies bestätigt auch [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://beziehungsorientiert.at/maga-heike-podek-in-fratz-co-07-2017-zum-thema-hilfe-meine-kinder-streiten-nur/">Magª Heike Podek in Fratz &#038; Co. 07/2017 zum Thema: Hilfe, meine Kinder streiten ständig</a> erschien zuerst auf <a href="https://beziehungsorientiert.at">Beziehungsorientiert</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><em>„Ich
will die Schaufel haben&#8230;“ „Nein, ich hatte sie zuerst&#8230;.“ „Mama, der Kevin
lässt mich nicht in Ruhe&#8230;.“</em></p>



<p>Kinder streiten im&nbsp; Durchschnitt alle 12 Minuten&#8230;.</p>



<p>Und auch wenn Ihnen diese Zahl vielleicht ein
bisschen hoch vorkommen mag, belastet wohl kaum ein Thema den Familienalltag
mehr, als das ewige Streiten zwischen den Geschwistern. Dies bestätigt auch
eine Studie des österreichischen Instituts für Familienforschung.</p>



<p>Wenn ein Paar sich entschließt Eltern zu
werden, nicht nur einmal, sondern zweimal, oder dreimal oder mehr&#8230; haben sie
meist das Bild einer harmonischen Familie vor Augen. Wir sehen die Kleinen
miteinander spielen, haben die Vorstellung, dass sie sich gegenseitig helfen
und unterstützen – kurz gesagt: zusammenhalten. Und wenn es mal zu Streit
kommt, soll dieser schnell geklärt werden.</p>



<p>Das ständig die Fetzen fliegen, noch dazu in
einer teils heftigen Lautstärke und wir immer wieder als „Schiedsrichter“
miteinbezogen werden, treibt Eltern oft an den Rand ihrer Kräfte.</p>



<p>Gefühle wie Genervtheit oder Hilflosigkeit
kennen die meisten Eltern und fragen sich: „Soll ich mich einmischen oder nicht
und wenn ja, was soll ich tun?“</p>



<p>Aber bevor man diese Frage beantworten kann,
macht es Sinn sich darüber klar zu werden:</p>



<p><strong>Warum
streiten Geschwister eigentlich?</strong></p>



<p><strong>Rangordnung:</strong></p>



<p>Wenn Geschwister streiten geht es oft darum,
sich ihres Platzes innerhalb der Familie zu versichern. &nbsp;</p>



<p>Jedes Familienmitglied hat seinen festen Platz
im Familiensystem, der sich aus der Reihenfolge des Hinzukommens ergibt. So
sind als erstes die Eltern da, anschließend kommen die Kinder in der
Reihenfolge ihrer Geburt. Daraus ergibt sich für jedes Kind sein spezieller
Platz mit dazugehörigen (unterschiedlichen) Rechten und Pflichten. </p>



<p>In der Praxis passiert es oft, dass Eltern
dazu neigen, diese Ordnung nicht einzuhalten, vor allem wenn die Kinder keinen
großen Altersunterschied und/oder das gleiche Geschlecht haben. So wird gerade
in diesem Fall sehr auf Gerechtigkeit geschaut, indem den Kindern zum Beispiel
genau die gleichen Dinge gekauft, beiden Kindern gleiche Rechte zum Beispiel im
Bezug auf Schlafengehen zugestanden werden. Dadurch jedoch wird die natürliche
Ordnung gestört und Streitigkeiten provoziert, weil Kinder die Rangordnung dann
vermehrt unter sich klären müssen.</p>



<p>Hilfreich kann es in diesem Fall sein, bewusst
Unterschiede zwischen den Kindern zu machen: Der/dem Erstgeborenen können mehr
Rechte gestattet werden, indem es länger aufbleiben darf, andere Dinge spielen
oder im Fernsehen schauen darf.</p>



<p><strong>Konfliktpotential:</strong></p>



<p>Wo Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen aufeinandertreffen sind
Auseinandersetzungen unvermeidbar, gerade innerhalb der Familie. Jeder will
seine Ziele durchsetzen und trifft dabei oft auf den Widerstand der anderen.
Über das Austragen von Konflikten und die emotionale Intensität wird die
Wichtigkeit der eigenen Bedürfnisse und Grenzen kommuniziert. Da Geschwister &nbsp;kaum eine Chance haben sich aus dem Weg zu
gehen passiert das sehr oft. Trotzdem müssen sie irgendwie miteinander auskommen.
</p>



<p>Oft wird von ihnen erwartet, dass sie sich
lieben und teilen – sogar ihre Eltern. Und so sehr wir uns auch ein
harmonisches Familienleben wünschen, es ist nicht realistisch und auch nicht
fair, dies von unseren Kindern zu erwarten. Auch wenn die Streitereien und
Konflikte unangenehm sind, bietet die Geschwisterbeziehung in all ihren Höhen
und Tiefen für Kinder eine echte Chance, in die Beziehungserfahrung mit einem
anderen Menschen einzutauchen.</p>



<p><strong>Fehlende
Strategien:</strong></p>



<p>Viele Kinder, vor allem bis zum 4. Lebensjahr
sind in Streitsituationen massiv überfordert. Aufgrund mangelnder
Sprachfähigkeit kommt es bei Konflikten entsprechend oft zu körperlichen Auseinandersetzungen.
Und obwohl auch die meisten Eltern sich in solchen Situationen hilflos und
ohnmächtig fühlen, erwarten sie von ihren Kindern, dass diese die Situation
ruhig im Gespräch lösen – ganz schön viel verlangt!</p>



<p><strong>Was
aber können Eltern nun tun, um ihre Kinder bei Streitsituationen sinnvoll zu
unterstützen?</strong></p>



<p>Entscheiden für die Entwicklung einer gesunden
Konfliktfähigkeit ist die elterliche Reaktion auf die Streitigkeiten zwischen
den Geschwistern. Durch Vorleben können Sie ihren Kindern folgende Strategie an
die Hand geben:</p>



<p><strong>Strategie
bei Streit</strong></p>



<p><strong>1. Begleitung notwendig
und erwünscht?</strong></p>



<p>Es gibt Eltern,
die&nbsp;sich immer direkt einmischen oder sich aus allem “raushalten” und es
die Kinder “selbst regeln lassen”. Beides führt nicht zum erwünschten Ergebnis:
Einer gesunden und positiven Beziehung der Geschwister untereinander. Aus
diesem Grund macht es zuallererst mal Sinn, sich bewusst darüber klar zu werden, ob die Kinder mich gerade brauchen oder ob sie selber einen Weg
finden, mit der Situation zurechtzukommen. Denn oftmals geschieht das
Einmischen eher aus dem elterlichen Gefühl, sich nützlich machen oder erziehen
zu wollen. Sollten Sie also das Gefühl haben, es nicht ertragen zu können, wenn
die Kinder miteinander streiten, versuchen Sie einfach die Szenerie zu
verlassen (in Abhängigkeit des Alters der Kinder, zum Beispiel in einen anderen
Raum gehen, die Türe schließen, spazieren gehen) In vielen Fällen lernen die
Kinder besser, je weniger wir uns einmischen. </p>



<p>Wenn Sie jedoch feststellen, dass es den
Kindern ohne Unterstützung nicht gelingt, ihren Konflikt konstruktiv zu lösen
oder sie sogar gewalttätig werden, dann mischen Sie sich ein und bieten Sie den
Kindern ihre Hilfe an.</p>



<p><strong>2. Bewusstwerden
der eigenen Rolle</strong></p>



<p>Wenn Sie die Ausgangssituation nicht mit
eignen Augen gesehen haben, werden Sie auch nicht sagen können, wer angefangen
hat. Und selbst wenn Sie es gesehen haben: Vorsicht vor der Position des Schiedsrichters!</p>



<p>Wenn Sie eine Entscheidung treffen, z.B. wer
das Spielzeug um das gestritten wird, haben darf – so fühlt sich der, der es
nicht bekommt ungerecht behandelt und sinnt bald auf Rache.</p>



<p>Auch sollten Sie sich darüber bewusst sein,
dass wir Erwachsenen oft gar nicht den Kern des Problems erkennen und es somit
auch nicht gerecht lösen können. Oder können Sie verstehen, warum um das eine
rote Auto gestritten wird, wenn rundherum noch 50 andere Autos, natürlich auch
weitere rote liegen? Wie sollen Sie also ein Problem lösen können, was für Sie
gar keines ist?</p>



<p>Vielmehr empfehle ich die Rolle eines
„Mediators/ einer Mediatorin“ einzunehmen und so zwischen den Kindern zu
vermitteln.</p>



<p><strong>3. Stoppen
</strong></p>



<p>Ersparen Sie sich halbherzigen Bemerkungen wie
„Wollt ihr jetzt einmal aufhören. Ich kann das bald nicht mehr aushalten oder
könnt ihr nicht Rücksicht aufeinander nehmen?“</p>



<p>Wenn Sie stattdessen bemerken, dass der
Konflikt sehr unkonstruktiv und verbissen ist, warten Sie einen Augenblick und
sagen dann: Aufhören! Stopp! Und rufen Sie es so laut, intensiv und mit
Nachdruck, bis der Konflikt stoppt und sie die Aufmerksamkeit ihrer Kinder
haben.</p>



<p><strong>4. Bedürfnisse
erkennen</strong></p>



<p>Wenn der Konflikt gestoppt ist, können Sie den
Kindern dabei behilflich sein, die „richtigen“ Worte zu finden, die hinter „
Idiot“ oder „Blödmann“ stecken. </p>



<p>Zunächst macht es Sinn die Bedürfnisse beider
Streithähne zu erkennen. Warum streiten sie gerade und was will jeder einzelne?
Dazu können Sie ihre Kinder fragen: „Was ist es, was du gerne haben möchtest?“</p>



<p>Höre Sie sich die Antworten von beiden an und
verzichten Sie darauf diese zu bewerten.</p>



<p><strong>5. Bedürfnisse
kommunizieren + Lösung</strong></p>



<p>Überprüfen Sie ob die Kinder die Antwort des
anderen gehört haben und bitten Sie sie eventuell darum, das Ergebnis nochmal
zu wiederholen.</p>



<p>Dann fragen Sie beide Kinder: „Was können wir jetzt
tun, damit ihr beide zufrieden seid?“ (lenkt Aufmerksamkeit von Vergangenheit
in die Zukunft). </p>



<p>Die Lösung bleibt optimaler Weise bei den
Kindern, jedoch können Sie als Erwachsener Angebote/ Vorschläge machen, wenn
von den Kindern wirklich gar nichts kommt. Meiner Erfahrung nach, sind Kinder
jeden Alters unglaublich kompetent darin, Lösungsstrategien zu finden, wenn man
sie lässt.</p>



<p><strong>6.Abschluss</strong></p>



<p>Wenn dieser Vorgang abgeschlossen wurde, ist
die Aufgabe des Erwachsenen zu Ende. </p>



<p>Die Kinder sind nun mehr selbst und einander
bewusst geworden.</p>



<p>Auch wenn diese Art der Konfliktlösung Ihnen vielleicht aufwändig und im Alltag nicht ganz so leicht umsetzbar erscheint, ist es äußerst lohnend, sie in den Familienalltag zu integrieren. Denn auf diese Weise wird nicht nur die Selbständigkeit und Konfliktfähigkeit der Kinder massiv unterstützt, sondern Sie als Eltern können Begleiter für alle Beteiligten sein, ohne dabei übergriffig zu werden.</p>



<p>Ich hoffe, Dir hat mein Artikel gefallen! Besonders ans Herz legen möchte ich Dir meine Artikel zu den Themen <a href="http://www.beziehungsorientiert.at/category/wut-aggression/">Wut und Aggression</a>, <a href="http://www.beziehungsorientiert.at/category/konflikte/">Konflikte</a> und <a href="http://www.beziehungsorientiert.at/category/schulprobleme/">Schulprobleme</a>.</p>



<p>Wenn Du Unterstützung bei Erziehungsproblemen suchst, schau Dir mein <a href="http://www.beziehungsorientiert.at/mein-angebot-2/">Angebot</a> an. Egal ob Trotzphase, Pubertät, Schulprobleme, &#8230; ich biete <a href="http://www.beziehungsorientiert.at/mein-angebot-2/coaching/">Live-Coaching</a>, <a href="http://www.beziehungsorientiert.at/mein-angebot-2/email-coaching/">eMail-Coaching</a> und <a href="http://www.beziehungsorientiert.at/mein-angebot-2/email-kurse/">eMail-Kurse</a> als Hilfestellung an. Die <a href="http://www.beziehungsorientiert.at/mein-angebot-2/email-kurse/">eMail-Kurse</a> zu den Themen <a href="http://www.beziehungsorientiert.at/mein-angebot-2/email-kurse/trotzphase/">„Trotzphase“</a> und <a href="http://www.beziehungsorientiert.at/mein-angebot-2/email-kurse/mein-kind-will-nicht-hoeren/">„Hilfe- mein Kind will nicht hören“</a> sind besonders beliebt.</p>



<p>Du kannst mir natürlich auch <a href="http://www.beziehungsorientiert.at/kontakt/">direkt</a> schreiben und ich freue mich auch über <a href="http://www.beziehungsorientiert.at/kontakt/">Feedback</a> zu meinem Artikel!</p>



<p>Deine Heike</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://beziehungsorientiert.at/maga-heike-podek-in-fratz-co-07-2017-zum-thema-hilfe-meine-kinder-streiten-nur/">Magª Heike Podek in Fratz &#038; Co. 07/2017 zum Thema: Hilfe, meine Kinder streiten ständig</a> erschien zuerst auf <a href="https://beziehungsorientiert.at">Beziehungsorientiert</a>.</p>
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			</item>
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		<title>Warum Einigkeit über Uneinigkeit wichtiger ist, als Einigkeit&#8230;</title>
		<link>https://beziehungsorientiert.at/warum-einigkeit-ueber-uneinigkeit-wichtiger-ist-als-einigkeit/</link>
					<comments>https://beziehungsorientiert.at/warum-einigkeit-ueber-uneinigkeit-wichtiger-ist-als-einigkeit/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Heike]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Jun 2015 07:00:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Eltern]]></category>
		<category><![CDATA[Erziehungsstile]]></category>
		<category><![CDATA[Meinungsverschiedenheit]]></category>
		<category><![CDATA[Streit]]></category>
		<category><![CDATA[Uneinigkeit in Erziehung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Lisa ist 38 und Mutter einer 3 jährigen Tochter Emma. Sie ist seit 8 Jahren mit ihrem Mann Wolfgang verheiratet und beide beteiligen sich sehr engagiert an der Erziehung von Emma. Bislang hat alles gut funktioniert, doch seit Emma in der sogenannte „Trotzphase“ ist und immer häufiger gegen ein „Nein“ rebelliert, Dinge selber machen will [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://beziehungsorientiert.at/warum-einigkeit-ueber-uneinigkeit-wichtiger-ist-als-einigkeit/">Warum Einigkeit über Uneinigkeit wichtiger ist, als Einigkeit&#8230;</a> erschien zuerst auf <a href="https://beziehungsorientiert.at">Beziehungsorientiert</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Lisa ist 38 und Mutter einer 3 jährigen Tochter Emma. Sie ist seit 8 Jahren mit ihrem Mann Wolfgang verheiratet und beide beteiligen sich sehr engagiert an der Erziehung von Emma. Bislang hat alles gut funktioniert, doch seit Emma in der sogenannte „Trotzphase“ ist und immer häufiger gegen ein „Nein“ rebelliert, Dinge selber machen will und die Eltern an ihre Grenzen kommen, streiten beide zunehmend&#8230;</p>
<p><strong>&nbsp;Lisa erzählt:</strong></p>
<p><em>„Wir sind seit 8 Jahren verheiratet und haben uns sehr über die Geburt unserer Tochter vor drei Jahren gefreut. Wir haben vorher in einer großen Stadt gewohnt – mein Mann ist dort aufgewachsen und sind kurz bevor Emma auf die Welt kam, auf’s Land in die Nähe meiner Eltern gezogen. Anfangs hat alles gut funktioniert. Wolfgang hat sich aktiv an der Pflege von Emma beteiligt, hat sie mir abgenommen und mit ihr gespielt und solche Sachen. Schwierig ist es erst, seitdem Emma mehr und mehr Selbständigkeit einfordert, aktiv den Alltag mitbestimmen will und ein Nein von uns für sie zum Drama wird. Sie müssen wissen, dass mein Mann und ich sehr unterschiedlich groß geworden sind. Ich war zu Hause auf dem Land bei meinen Eltern sehr behütet und es gab ganz klare Regeln und Grenzen, die sich teilweise einfach aus dem Mehrgenerationenhaushalt mit Landwirtschaft ergaben. Wir waren zu Hause 5 Kinder und das musste einfach funktionieren. Mein Mann dagegen ist ein Einzelkind. Er wuchs in der Großstadt auf und genoss in seiner Kindheit viel Freiheit. Er durfte mehrheitlich entscheiden, was er essen, anziehen und wann er wohin gehen wollte. Und genau an diesem Punkt krachen wir häufig zusammen. Ich setze viel häufiger bei Emma Grenzen und bin sehr konsequent darin, dass sie sich auch daran hält. Auch finde ich einen geregelten Tagesablauf ( fixe Essens- und Schlafenszeiten u.ä.) für Emma wichtig und bemühe mich, diesen so gut es geht einzuhalten. Wolfgang zeigt sich auch hier wesentlich flexibler und nachgiebiger.&nbsp;Mein Hauptproblem besteht nun darin, dass ich glaube, dass es für Emma wichtig ist, dass sich ihre Eltern in der Erziehung einig sind, aber es gelingt uns einfach nicht. Stattdessen streiten wir immer öfter darüber, wer Recht hat und finden keine Lösung&#8230;“</em></p>
<p><em><strong>Einigkeit in der Erziehung</strong></em></p>
<p>„Es ist wichtig, dass Eltern sich in der Erziehung einig sind“ so lautet einer der wichtigsten Glaubenssätze traditioneller Kindererziehung. Dieser wird geleitet von der Überzeugung, dass Einigkeit den Kindern Sicherheit gebe und Uneinigkeit den Kindern schade.</p>
<p>Es gibt eine große Anzahl von Eltern, die mit Uneinigkeit so umgehen, als dass sie sie vor ihren Kindern vorspielen und erst wenn diese im Bett sind, mit dem Partner darüber sprechen.</p>
<p>Dieses Verhalten ist dann sinnvoll, wenn wir Eltern uns als Polizei o.ä. verstehen, Gesetz und Ordnung vermitteln und somit unseren Kindern selbstverständlich als geschlossene Front gegenübertreten müssen.</p>
<p><strong>Tipp:</strong></p>
<p>Wenn du dich dagegen dafür entschieden hast, eine gleichwürdige Beziehung zu deinem Kind einzugehen, dann versuche es mit dem persönlichen Dialog. Nimm die Wünsche und Bedürfnisse deines Kindes ernst hilf ihm dabei sie zu verbalisieren und dann formuliere auch deine Wünsche und Bedürfnisse. Tu dies indem du von dir sprichst: „Ich mag &#8230; nicht, weil&#8230;Was dabei entsteht ist ein wirklicher Austausch zwischen euch und euer Kind lernt, dass Menschen unterschiedliche Bedürfnisse haben und verschieden sind.</p>
<p><em><strong>Kinder spielen uns nicht gegeneinander aus</strong></em></p>
<p>Die Wichtigkeit von Einigkeit zwischen den Eltern wurde auch damit begründet, dass Kindern andernfalls ihre Eltern gegeneinander ausspielen und somit einen Keil zwischen sie treiben würden.</p>
<p>Diese Annahme widerstrebt neuen Erkenntnissen und meiner tiefen Überzeugung, dass Kinder ihre Eltern bedingungslos lieben und mit ihnen kooperieren, unabhängig davon, ob das für sie förderlich ist oder nicht.</p>
<p>Ja, es ist richtig, dass wir oft das Gefühl haben, dass Kinder uns an unsere Grenzen bringen. Dann ist es einfach, die Verantwortung für dieses Gefühl der Ohnmacht, Hilflosigkeit oder des Zorns an unsere Kinder zu delegieren. Wir können kämpfen und leiden und uns nachher damit rechtfertigen, dass unser Kind eben sehr schwierig war.</p>
<p><strong>Tipp:</strong></p>
<p>Die Alternative besteht darin, Verantwortung für dich selbst zu übernehmen – für deine Bedürfnisse, deine Werte und Grenzen und Irrtümer. Und dann sprich mit deinen Kindern darüber und lass sie erfahren, was für ein Mensch du bist – denn auch das ist Beziehung.</p>
<p><em><strong>Verschiedenheit tolerieren</strong></em></p>
<p>Neueste Erkenntnisse aus der Bindungsforschung machen darauf aufmerksam, dass es für die gesunde Entwicklung von Kindern keine Rolle spielt, ob sich Eltern in der Erziehung einig sind oder nicht.</p>
<p>Von entscheidender Bedeutung allerdings ist, dass sich Eltern darin einig sind, ihre Uneinigkeit zu tolerieren. Wenn sie die Verschiedenartigkeit als gesund und bereichernd empfinden, unterstützen sie ihre Kinder und leisten einen großen Beitrag dazu, dass die Kinder sich zu toleranten und eigenständigen Persönlichkeiten entwickeln können.</p>
<p><strong>Tipp:</strong></p>
<p>Wie wir wissen, hat jedes Verhalten, jede Sichtweise, jeder Wert Vor- und Nachteile. Überlege dir mal, was das gute daran ist, wie dein Partner denkt und handelt? Und dann überleg dir, was von diesem Verhalten für dich und/oder dein Kind nützlich sein könnte. Vielleicht findest du sogar Möglichkeiten, diese positiven Aspekte in dein Leben einzubinden und von deinem Partner zu lernen – denn wenn ihr eure Unterschiede und Unstimmigkeiten auf diese Weise betrachtet, profitiert ihr nicht nur voneinander, sondern euer Kind bekommt ein reichhaltiges Repertoire an Eigenschaften, Verhaltensmustern und Werten, aus denen es schöpfen und sich entwickeln kann</p>
<p>Ich hoffe, Dir hat mein Artikel gefallen! Besonders ans Herz legen möchte ich Dir meine Artikel zu den Themen <a href="http://www.beziehungsorientiert.at/category/wut-aggression/">Wut und Aggression</a>, <a href="http://www.beziehungsorientiert.at/category/konflikte/">Konflikte</a> und <a href="http://www.beziehungsorientiert.at/category/schulprobleme/">Schulprobleme</a>.</p>
<p>Wenn Du Unterstützung bei Erziehungsproblemen suchst, schau Dir mein <a href="http://www.beziehungsorientiert.at/mein-angebot-2/">Angebot</a> an. Egal ob Trotzphase, Pubertät, Schulprobleme, &#8230; ich biete <a href="http://www.beziehungsorientiert.at/mein-angebot-2/coaching/">Live-Coaching</a>, <a href="http://www.beziehungsorientiert.at/mein-angebot-2/email-coaching/">eMail-Coaching</a> und <a href="http://www.beziehungsorientiert.at/mein-angebot-2/email-kurse/">eMail-Kurse</a> als Hilfestellung an. Die <a href="http://www.beziehungsorientiert.at/mein-angebot-2/email-kurse/">eMail-Kurse</a> zu den Themen <a href="http://www.beziehungsorientiert.at/mein-angebot-2/email-kurse/trotzphase/">„Trotzphase“</a> und <a href="http://www.beziehungsorientiert.at/mein-angebot-2/email-kurse/mein-kind-will-nicht-hoeren/">„Hilfe- mein Kind will nicht hören“</a> sind besonders beliebt.</p>
<p>Du kannst mir natürlich auch <a href="http://www.beziehungsorientiert.at/kontakt/">direkt</a> schreiben und ich freue mich auch über <a href="http://www.beziehungsorientiert.at/kontakt/">Feedback</a> zu meinem Artikel!</p>
<p>Deine Heike</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://beziehungsorientiert.at/warum-einigkeit-ueber-uneinigkeit-wichtiger-ist-als-einigkeit/">Warum Einigkeit über Uneinigkeit wichtiger ist, als Einigkeit&#8230;</a> erschien zuerst auf <a href="https://beziehungsorientiert.at">Beziehungsorientiert</a>.</p>
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